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Brillengläser

Das Brillenglas muss nicht aus Glas sein. Ebenso tauglich für den scharfen Blick ist Kunststoff.
Jeder Werkstoff hat seine Stärken, die ihn für seine Einsatzbereiche prädestinieren. Bereits seit dem Mittelalter werden Brillengläser aus „normalem“ Glas (Silikat- oder Mineralglas) gefertigt. Die Vorteile: Exzellente Abbildungsqualität, gute Bearbeitungsmöglichkeiten und eine kratzfeste Oberfläche. Die bruchfeste Alternative sind Gläser aus Kunststoff. Die optische Qualität ist der von Mineralgläsern ebenbürtig. Aber der Kunststoff ist gegenüber Silikat nur halb so schwer. Um in Sachen Kratzfestigkeit mit Mineralglas mithalten zu können, benötigen Kunststoffgläser eine Oberflächenhärtung.

Aufpassen: Papiertaschentücher wirken wie ein Schleifpapier und können selbst härteste Oberflächen mit Mikrokratzern „blind“ machen.

Die optische Industrie kennt zwei „Verdünnungsmittel“, den Brechungsindex und das asphärische Design. Der Brechungsindex hat nichts damit zu tun, wie schnell ein Glas kaputtgeht. Vielmehr ist er der Gradmesser dafür, wie stark ein Material das Licht ablenken, also „brechen“ kann. Und deshalb ist es kein Warnsignal, wenn ein Augenoptiker von hochbrechenden Gläsern spricht. Ganz im Gegenteil: Aus hochbrechenden Gläsern können starke Linsen geschliffen werden, ohne dass dafür das Glas besonders dick ausfallen muss. Hochbrechende Brillengläser gibt es sowohl aus Kunststoff wie aus Mineralglas.

Ebenfalls eine Schlankheitskur für die Dicke der Brillengläser: Bei normalen sphärischen Gläsern folgen Vorder- und Rückflächen einer Kreisbahn, während die asphärischen Gläser den Ausschnitt eines Ovals nachzeichnen. Die Folge dieser hochkomplexen Angelegenheit, die wirklich ins Metier von Spezialisten fällt: Bei derselben optischen Wirkung sind die asphärischen Brillengläser flacher und damit noch leichter.


Bifokal- und Trifokalgläser

Mit dem Einsetzen der Alterssichtigkeit benötigen viele Brillenträger die Lesebrille als Ergänzung zur normalen Brille. Die lästige Folge: Im Restaurant, am Bahnhof, beim Lesen auf der Couch ist ständiges Brillenwechseln angesagt. Oder auch nicht.
So genannten bifokalen Gläser vereinigen sozusagen zwei Brillen in einer. Der Trick dabei: Beim Lesen schauen wir meist nach unten – und in diesem Bereich befindet sich die Zusatzlinse. Der Rest des Glases ist für die Korrektur des Fernbereichs reserviert. Ebenso gibt es auch trifokale Gläser, die zusätzlich noch eine Korrektionszone für den mittleren Bereich – also den Abstand von ca. 50 Zentimeter bis etwa 1,5 Meter – eingearbeitet haben.

Die Bequemlichkeit dieses Kombinationsmodells liegt auf der Hand: Brillenwechsel überflüssig. Der Nachteil bifo- und trifokaler Gläser ist allerdings die deutliche und sichtbare Trennungslinie zwischen den Sehbereichen. Das wirkt gerne ein wenig großmütter- oder altväterlich und damit wenig ästhetisch. Außerdem stört der harte Übergang, wenn man die Blicke schweifen lässt, da nur zwei oder drei Bereiche tatsächlich scharf gesehen werden können.

Mehrfokalgläser sind eine zwar qualitativ hochwertige, aber technisch etwas in die Jahre gekommene Lösung.


Gleitsichtgläser

Die moderne und elegante Alternative zu bifo- oder trifokalen Gläsern heißt: Gleitsichtgläser.
Diese Gläser haben ebenfalls mehrere Zonen für das korrekte Sehen im Nah- und Fernbereich – nämlich unendlich viele. Der Übergang zwischen diesen Korrektionszonen ist „gleitend“, also nicht sichtbar. Während bifokale Gläser lediglich scharfes Sehen für die Ferne und die Leseentfernung ermöglichen, bieten Gleitsichtgläser scharfe Sicht in allen Entfernungen von der Ferne bis zur Nähe. Die Korrektionszonen sind so angeordnet, dass der Blick immer automatisch durch diejenige Zone des Brillenglases fällt, die eine der Situation entsprechende Sehkorrektur zur Verfügung stellt.


Verträglichkeit von Gleitsichtgläsern

Versuchen Sie einmal, mit geschlossenen Augen auf einem Bein zu balancieren. Schwierig, oder?

Der Gleichgewichtssinn des Menschen ist nämlich direkt mit dem Sehsinn verbunden. Verändern Sie plötzlich Ihr gewohntes Seh-Gefühl, dann kann es zu Schwindelgefühlen kommen, bis das Gehirn den neuen Seheindruck akzeptiert. Daher kann es auch beim Anprobieren einer neuen Gleitsichtbrille etwas dauern, bis Sie sich an das neue Sehgefühl gewöhnt haben.
Rund 30 Prozent der Neueinsteiger tun sich anfänglich etwas schwer mit Gleitsichtgläsern, etwa beim Treppensteigen. Dabei blickt das Auge nach unten – und durch einen Bereich des Brillenglases, der für das scharfe Sehen in einem Abstand von vielleicht 40 Zentimetern gemacht ist. Auch zu kleine Gläser können die Verträglichkeit erschweren. Daher sollten Sie gleich bei der Fassungswahl auf ausreichend große Glasflächen achten. Was „ausreichend groß“ in Ihrem speziellen Fall ist, verrät Ihnen Ihr Optiker.


Individuelle Gleitsichtgläser: Maßfertigung für Ihre Augen

Gibt es noch eine Verbesserung zum Gleitsichtglas? Selbstverständlich.
Schließlich gibt es auch zum gut sitzenden Anzug von der Stange noch immer eine Verbesserung – die Maßfertigung. Die gibt es auch beim Brillenglas. Denn jeder Mensch sieht anders. Sogar eineiige Zwillinge haben unterschiedliche Augen und damit unterschiedliches Sehverhalten.

Je nach Herstellerkonzept fließen verschiedene Faktoren bei der Berechnung des individuellen Gleitsichtglases mit ein: Kopfform, Brillenmodell, persönliche Vorlieben, der individuelle Leseabstand oder sogar die Augenkamera zur Ermittlung der individuellen Sehgewohnheiten: All diese Stellgrößen haben Auswirkungen auf die Größe und Anordnung der einzelnen Sehzonen im Glas.
Das Ergebnis: „Maßgeschneiderte“ Gleitsichtgläser mit einer Verträglichkeit von annähernd 100 Prozent.


Gleitsichtgläser:
Tipps für den Kauf

  • Standard oder Maßanzug: Die Standardgröße passt oft schon sehr gut. Der Aufpreis für die Maßfertigung kann sich aber im Einzelfall auszahlen.
  • Wenn Sie sich für Gleitsichtgläser interessieren, sollten Sie schon beim Fassungskauf auf die Glasgröße achten: Zu schmale oder zu kleine Gläser sind für den Gleitsichtschliff nicht immer optimal. Fragen Sie Ihren Optiker um Rat.
  • Informieren Sie Ihren Optiker, in welchen Bereichen die Brille korrigieren soll: So stellt beispielsweise die Bildschirmarbeit (und hier insbesondere der Arbeitsabstand zum Monitor) besondere Anforderungen.
  • Das Gleitsichtglas ist zwar das „Schweizer Taschenmesser“ unter den Sehhilfen. Dennoch gibt es Situationen, in denen eine Gleitsichtbrille nicht funktioniert – beispielsweise bei handwerklichen Arbeiten über Kopf. Dann sollten Sie eine Einstärkenbrille zur Hand haben.
  • Standard-Gleitsichtgläser gibt es von allen namhaften Herstellern. Vorsicht bei scheinbar billigen No-Name-Produkten – die Herstellung von Gleitsichtgläsern ist aufwändig und kompliziert, allzu günstige Angebote sollten genau hinterfragt werden.


Entspiegelung


Spieglein, Spieglein ... bei entspiegelten Gläsern verringert eine Zusatzbeschichtung Reflexe auf dem Glas. Unter dem rechten Licht betrachtet hat dies ganz entscheidende ästhetische Vorzüge: Die entspiegelte Brille ist natürlich die Schönste im ganzen Land. Darüber hinaus ist die Entspiegelung überaus funktional. Weniger reflektiertes Licht heißt nichts anderes, als dass mehr Licht durch die Brille fällt. In der Dämmerung und Nacht, aber auch in geschlossenen Räumen und vor dem Monitor des Rechners ermüden die Augen weniger schnell. Und außerdem verringert die Entspiegelung ärgerliche Blendreflexe.


Die Extras

Die Härtung von Kunststoffgläsern ist neben der Entspiegelung das wichtigste Ausstattungsdetail Ihrer Brille. Moderne Beschichtungen sorgen für Langlebigkeit des Glases und sind damit eine sinnvolle Investition – vor allem für solche Brillenträger, die ständig eine Brille tragen oder mit Dingen ihres täglichen Gebrauchs vielleicht nicht ganz so sorgsam umgehen. Gute Nachricht für Sie: Manche Kunststoffgläser reichen im Härtetest sogar schon fast an das Mineralglas heran und sind nahezu unzerbrechlich.

Viele Brillenträger stören sich daran, ihre Brille häufig putzen zu müssen. Die neuesten Entwicklungen bei den Brillengläsern sind deshalb schmutz- und fettabweisende Oberflächenbeschichtungen. Diese Ausstattung des Glases setzt sich übrigens aus gut und gern zwei Dutzend Einzelschichten zusammen und ist Hightech pur!

Schon länger erhältlich sind phototrope Gläser. Wie durch Zauberei und in Sekundenschnelle wird das Glas im Hellen dunkel und im Dunklen hell. Haben Sie lichtempfindliche Augen? Mit selbsttönenden Gläsern ersparen Sie sich den Wechsel zwischen Standard- und Sonnenbrille. Auch beim Autofahren sind phototrope Gläser kein Problem. Autoscheiben filtern den Großteil der UV-Strahlung – und ohne diese dunkeln phototrope Brillengläser nicht ein. Selbst wenn Sie aus der Mittagssonne in einen Tunnel fahren, haben Sie helle Sicht. Allerdings wird die Brille im Auto auch nicht dunkel!

Mehr Informationen können Sie auch auf www.sehen.de und www.stratemeyer.de nachlesen.

Kommen Sie vorbei!

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